Barbara Schulz

Schwülper / Braunschweig

Über meine Arbeit

Im Kindergarten wurde in offener Arbeit mit verschiedenen Fachräumen und dazu fortgebildeten Fachfrauen gearbeitet. Ich konnte zu meiner Freude den Fachbereich der Kreativitätsbildung übernehmen und machte dazu zahlreiche Fortbildungen bei Künstlern und Pädagogen. Im Kindergarten setzte ich Erlerntes um und unterstützte die Kinder in ihrem kreativem Tun. Gemeinsam wurden Vernissagen vorbereitet und durchgeführt, die für die für die Kinder und mich jedes Mal ein großes Highlight waren.

Über mich

Kreativität spielte in meinem Leben schon immer eine große Rolle. Schon als kleines Mädchen konnte ich mich stundenlang in selbst gestaltete Bilder vertiefen. Später begeisterte ich mich für Seidenmalerei und Aquarellmalerei. In meiner Arbeit als Erzieherin war es mir immer wichtig, die Kinder in ihren kreativen Prozessen zu unterstützen. Dazu stellte ich ihnen einen Schatz an Material zur Verfügung und würdigte ihre Arbeiten, indem sie ausgehängt wurden oder wir eine Vernissage vorbereiteten, in der wir gerahmte Kunstwerke ausstellten. Die Arbeit im Kindergarten erfüllte mich mit großer Freude war meine Berufung. Meine eigenen künstlerischen Aktivitäten schliefen im hektischen Alltag immer mehr ein.
Mit meinem Mann Martin gründete ich eine Familie und hatte keine Zeit mehr für meine künstlerischen Interessen.
Im Alter von 51 Jahren erkrankte ich an einer schweren Depression. Auf einmal nahm meine Leistungsfähigkeit immer mehr ab und vieles ging nicht mehr (Konzentration, Leistungsfähigkeit, Antrieb, Merkfähigkeit,Schnelligkeit, und körperliche Schmerzen).Eine schwere Beeinträchtigung die mich in eine psychiatrische Klinik brachte. In der Klinik wurde ich unter anderem mit kreativen Angeboten therapiert und ich erfuhr wieder, welche positiven Auswirkungen das kreative Tun bei mir hat. Besonders das Malen mit Acrylfarben zog mich in seinen Bann.
Es wurde eine Berufsunfähigkeit festgestellt, was mir sehr zu schaffen machte. Da ich meinen Beruf sehr geliebt habe.
Wieder zu Hause begann ich täglich zu malen. Zunächst entstanden viele bunte, intuitive Bilder bei denen ich mir über Entstehung und Ergebnis völlig unklar war. Die Ergebnisse waren fröhlich und bunt und hatten eine therapeutische Wirkung auf mich. Mir wurde immer öfter gesagt wie schön meine Bilder sind und welche positive Wirkung sie auf andere Menschen haben. Malen wurde zu meiner Therapie und meine intuitiven Bilder fanden schnell einen neuen Platz bei lieben Menschen. So hatte ich auch ein paar Einnahmen um das Malen zu finanzieren.
Ich erlebte mich wieder als erfolgreich und wertvoll, ein Gefühl dass völlig verloren gegangen war durch das Gefühl im Beruf und Leben kaum noch Leistungen erbringen zu können. Malen war zu meiner besten Therapie geworden und es ging mir Stück für Stück besser.Ich lernte und lerne mich neu anzunehmen, wie ich jetzt bin. Neue Ziele in einem neuen Anfang in dem ich zaghaft sage:.“Ich bin jetzt Künstlerin.“
Über meine Erkrankung zu sprechen ist mir sehr wichtig, denn immer noch haftet der Depression etwas von“Darüber spricht man nicht…“ an. Es ist aber eine Erkrankung die sich durch alle Schichten der Gesellschaft zieht und jeder kann sie bekommen. Ich möchte den Menschen , die daran erkrankt sind ein bisschen Hoffnung machen kreativ zu sein auf irgendeine Art und Weise.Es ist eine Möglichkeit die helfen kann. Seid auch offen und sprecht über euch . Wir müssen uns nicht schämen oder verstecken. Wir sind viele, werden immer mehr und können uns gegenseitig unterstützen.

Durch meine Kontakte auf Instagram fand ich auch Gefallen an Strukturtechniken und bekam Lust mich auf diesem Gebiet fortzubilden:

2019 nahm ich an einem Mal- Workshop bei der Künstlerin Monika Roser aus Pfinztal teil.
2020 und 2021 absolvierte ich mehrere Onlinekurse und einen Atelier-Workshop sowie eine Woche Malworkshop bei der Künstlerin Renata Schepmann aus Sindelfingen (Künstlerin & Dozentin).

• Marmormehl und Sumpfkalk
• Strukturen mit Marmormehl
• Pop Art mal anders: „Strukturen/Fotoübertragung/Resin“
• Oberflächen und Strukturen
• Hautleim
• Rost im Bild
• Schwarz /weiß und die Zwischentöne
• Sumpfkalk

Bei meinen Strukturarbeiten gehe ich ähnlich intuitiv vor. Ich lasse Strukturen entstehen, experimentiere mit verschiedenen Materialien und Farben, sammle Materialien in der Natur, die ich mit verarbeite .Es gibt kaum einen Plan und das was entsteht wird intuitiv bemalt. Manchmal sieht man hinterher eine abstrakte Landschaft, Tiere oder andere Dinge. Dies ist dann reiner Zufall und nicht geplant. Mir geht es in erster Linie um den Entstehungsprozess. Farben spielen eine wichtige Rolle und ihre Kombination. Strukturen können mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt sein, Ich liebe Risse, Furchen und Schollen die entstehen.
Sinnbildlich haben sie viel mit meinem Leben und den Narben auf meiner Seele zu tun, Aber dann kommt eine schöne freundliche Farbe, manchmal etwas glitzernd und legt sich wie Balsam auf die Wunden und heilt sie. Unbewusst werden die Bilder zu positiven Stimmungsbildern gestaltet und ein unwissender Betrachter würde wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen ,dass hier ein Mensch mit schweren Depressionen den Pinsel geschwungen hat. Gelegentlich male ich auch gegenständlich und bemale Steine, die ich im Urlaub am Meer sammele. Malen ist wie eine Therapie für mich geworden und ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen, gerade jetzt wo ich Rentnerin bin und ich etwas gefunden habe, was mir hilft, wenn wieder einmal der Nebel in meinem Kopf schlimm wird und ich mich verloren fühle